In einem feierlichen und würdevollen Rahmen wurde am 25. April 2026 in Irmtraut eine Gedenktafel für Herbert Lamboy (1922–1943) eingeweiht. Der junge Mann war während der Zeit des Nationalsozialismus in Stuttgart wegen Fahnenflucht mit dem Fallbeil hingerichtet worden. Die neue Erinnerungstafel setzt ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen und würdigt sein kurzes, tragisches Leben.
Die Entstehung der Gedenktafel ist eingebettet in die langjährige Erinnerungsarbeit von Dr. Markus Müller. Im Rahmen der Projektwoche des Mons-Tabor-Gymnasiums im Jahr 2024 griff er das Thema gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern seines Grundkurses Geschichte auf und initiierte ein Projekt, das historische Forschung, kreative Gestaltung und persönliche Auseinandersetzung miteinander verband. In diesem Kontext entwickelten die Kursmitglieder verschiedene Konzepte, von denen der Gemeinderat Irmtraut 2025 den Entwurf der beiden ehemaligen Schüler Daniel Schneider und Sanjay Sivakumar einstimmig auswählte.
Zur Einweihung reisten die beiden eigens aus ihren Studienorten Marburg und Wien an und unterstrichen damit die nachhaltige Bedeutung des Projekts auch für sie persönlich. Ebenso fanden sich Angehörige aus dem Raum Darmstadt und Limburg ein – darunter Nichten, ein Neffe sowie Großneffen –, um eines Verwandten zu gedenken, den sie selbst nie kennenlernen durften.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde den interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern die Lebensgeschichte Herbert Lamboys durch den Lehrer in einem kompakten Vortrag nähergebracht. Anhand von historischen Fotos und Dokumenten gelang es, ein berührendes Bild seiner Biografie zu zeichnen und die damaligen Umstände greifbar zu machen. Ortsbürgermeister Jens Heun würdigte in seiner Ansprache insbesondere die wissenschaftlich fundierte Recherchearbeit sowie das Engagement hinter dem Projekt. Sein Dank galt auch den Unterstützern der Gedenktafel, dem ehemaligen Bürgermeister Alfons Giebeler sowie Steinmetzmeister Peter Müller, ohne deren Sponsoring die Umsetzung nicht möglich gewesen wäre.
Im Anschluss an die offizielle Einweihung nutzten Projektteilnehmende und Angehörige die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und ließen den Tag in der örtlichen Pizzeria gemeinsam ausklingen.
Besonders bewegend waren die Worte von Peter Lamboy, dem Neffen des Geehrten, der sich im Nachgang herzlich bedankte: „Vielen Dank für den würdigen Abschluss Ihrer Projektarbeit über meinen Onkel. Die Veranstaltung war für uns sehr beeindruckend. Es hat uns besonders gefreut, dass auch Ihre Schüler extra angereist sind. Mit der gestrigen Veranstaltung fand Ihre Projektarbeit ihren Abschluss. Dass sie zu einem derart herausragenden Ergebnis führen würde, hätte ich nicht erwartet. Sie konnten selbst über das kurze Leben meines Onkels bis ins kleinste Detail berichten – wir wissen nun deutlich mehr als zuvor.“
Die Einweihung der Gedenktafel markiert nicht nur den Abschluss eines intensiven Schulprojekts, sondern steht zugleich beispielhaft für die lebendige Erinnerungskultur am Mons-Tabor-Gymnasium – getragen von engagierten Schülerinnen und Schülern, die Geschichte erforschen, verstehen und weitergeben.
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