Erstmalige Teilnahme am Anne Frank Tag

18. August 2026 MTG Schule ohne Rassismus

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Anne Frank Tages beschäftigte sich eine Projektgruppe im Rahmen unserer Projekttage vom 17. bis 19. Juni drei Tage lang mit dem diesjährigen Motto „Geschichte erzählen“.
Unter dem Thema „Aus Anne Franks Geschichte lernen: Gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus – online und offline“ starteten 22 Schülerinnen der Klassen 8 bis 10 gemeinsam mit drei Lehrerinnen in das Projekt. Den ersten Projekttag begannen wir bei „Anne und Kitty“, einer Statue von Bernhard Ollek auf dem Schulhof der Anne Frank Realschule+ in Montabaur, und begaben uns anschließend auf Spurensuche nach jüdischem Leben in Montabaur.
Die Gedenktafeln am Alten Rathaus und am Standort der ehemaligen Synagoge sowie weitere Informationstafeln in der Judengasse bzw. am Karoline Kahn Platz halfen uns, Orte und Geschichten vor Ort sichtbar zu machen. An verschiedenen Stolpersteinen hielten wir inne und informierten uns über die Schicksale der jüdischen Familien, die im Dritten Reich dort lebten und von den Nationalsozialisten verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Besonders deutlich wurde dabei: Anne Franks Schicksal war kein Einzelfall und nicht weit entfernt — der Holocaust fand auch direkt vor unserer Haustür statt.
Zurück am MTG nutzten die Schüler
innen die Gelegenheit, sich intensiv mit der Plakatausstellung und der Anne Frank Zeitung auseinanderzusetzen, die den teilnehmenden Schulen vom Anne Frank Zentrum zur Verfügung gestellt werden. Mit kurzen Texten und vielen historischen Abbildungen zeigt die Ausstellung die Auswirkungen antisemitischer Verfolgung auf die Familie Frank und vermittelt mit ihrem biografischen Ansatz grundlegendes Wissen zur Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust.
Im Anschluss arbeiteten die Schülerinnen kreativ mit den gewonnenen Erkenntnissen und Auszügen aus Anne Franks Tagebuch. Die Ergebnisse waren vielfältig: Plakate, Zeichnungen und Comics, Wandzeitungen, Umfragen unter Schülerinnen und Lehrerinnen sowie Podcasts. Dabei wurde deutlich, wie wichtig den Teilnehmenden Erinnerungskultur und die Verantwortung für die Gegenwart sind.
Nach dieser kreativen Phase, die sich bis in den zweiten Vormittag erstreckte, folgte ein weiterer inhaltlicher Input: Herr Groth von der Präventionsagentur gegen Extremismus (unterstellt dem Innenministerium Rheinland Pfalz) informierte in einem interessanten Vortrag über Rechtsextremismus im Netz, zeigte, wie rechtsextreme Emojis und Codes erkennbar sind, und gab konkrete Handlungsempfehlungen.
Auch am dritten Projekttag lag der Schwerpunkt auf der Gegenwart. Die Anne Frank Zeitung spielte hierbei eine besondere Rolle. In einem Gruppenpuzzle setzten sich die Schüler
innen mit den Porträts dreier junger Erwachsener auseinander, die von ihrem Einsatz für eine vielfältigere Erinnerungskultur und die Prägung durch ihre Familiengeschichten berichteten. Dabei ging es auch darum, wie wir uns aktiv gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung einsetzen und damit als Vorbild für andere wirken können. Die gesammelten Ideen wurden auf farbigen Kastanienblättern notiert und an einem Kastanienbaum gesammelt.
Die Projekttage am Mons-Tabor-Gymnasium endeten am Freitag mit einem Schulfest: Die Plakatausstellung wurde inklusive der von Schüler*innen ergänzten Beiträge der gesamten Schulgemeinschaft und allen Gästen präsentiert. Zudem boten zwei Mitmach-Stationen die Möglichkeit, Buttons zu gestalten oder eigene Gedanken zum Thema „Vorbild sein“ auf Kastanienblättern auszudrücken.
Zum Abschluss möchten wir betonen, dass die Auseinandersetzung mit Anne Franks Geschichte für unsere Schulgemeinschaft, die dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ angehört, mehr ist als ein Projekt: Sie ist Auftrag und Verpflichtung gleichermaßen. Die Projekttage haben gezeigt, wie wichtig Bildung, Erinnerung und zivilgesellschaftliches Engagement sind — nicht nur als Rückblick auf die Vergangenheit, sondern als zukünftiger Handlungsauftrag für eine offene und respektvolle Gesellschaft.

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