Unsere Geschichte

beitrag allgemein 012Historie des Mons-Tabor-Gymnasiums und seiner Vorläufer

Bereits im 14. Jahrhundert wurde in einer Lateinschule unterrichtet. Seitdem hat sich unsere Schule aus den verschiedensten Gründen immer wieder gewandelt. Nur der grundlegende Wunsch, den Kindern in der Umgebung schulische Bildung zu ermöglichen, ist seit vielen Jahrhunderten unverändert Basis unseres Tuns.

Auf dieser Seite finden Sie die Historie unserer Schule bis etwa zum Jahr 2010. Die Zeit danach wird erst im Jahr 2018 historisch, wenn wir unser 150-jähriges Jubiläum feiern dürfen. 

14. Jh
Alte Lateinschule
1868
Errichtung eines Progymnasiums
           
1938-1945
Kaiser-Wilhelm-Oberschule für Jungen
       
1978
Namensgebung Mons-Tabor-Gymnasium
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Von der Lateinschule zum Mons-Tabor-Gymnaium
14. Jahrhundert - 2009 ?
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1806-1817
Das städtische Gymnasium in Montabaur
1871-1933
Kaiser-Wilhelms-Gymnasium
 
1945
Wiedereröffnung des städtischen Gymnasiums
 

 

14. Jahrhundert

Ab dem 14. Jahrhundert existierte in der Stadt Montabaur eine Lateinschule, die als Typus in vielen Orten des Deutschen Reiches den Ausgangspunkt für ein späteres städtisches Gymnasium bildete; die Schüler wurde von Geistlichen unterrichtet. Unterrichtssprache war Latein und der Unterricht zog sich über den gesamten Tag hin, nur unterbrochen von einem langen Gottesdienst und Zeiten des selbstständigen Lernens und Übens. Im 16. und 18. Jahrhundert baute man diese Lateinschule aus und professionalisierte sie weitgehend nach den Vorstellungen der Zeit. So konnten Patres des Franziskanerordens als Lehrer gewonnen werden, deren Unterhalt die Stadt Montabaur sicherzustellen hatte. Finanzielle Engpässe, die es der Stadt nicht mehr erlaubten, das Salär für die Lehrer bereitzustellen, führten zu einem Weggang der Franziskaner und damit indirekt auch zum Ende der Schule in dieser Form.

1806-1817: Das 1. Gymnasium

Das erste tatsächliche „Gymnasium“, dessen Ziel vor allem die Vorbereitung und Ausbildung für den Staatsdienst war, wurde als Schulversuch errichtet, der nur elf Jahre Bestand haben sollte. Man kann diesen Schulversuch durchaus als eine Vorwegnahme einer neuen Epoche, die durch Napoleons Expansionspolitik und der darauf folgenden Restauration eingeleitet wurde, sehen. Montabaur gehörte nach dem Reichsdeputationshauptschluss zum nassauischen Staatsgebiet und auch in der Installation eines solchen Gymnasiums zeigt sich der staatliche Durchgriff des neuen Territorialherrn, den die Montabaurer Bürger nur zu gern beförderten, indem sie sich anboten, die neue Schule zu finanzieren. Somit glaubten sie sich vor allem in Konkurrenz zu den nahe gelegenen Städten Limburg und Ehrenbreitstein eine bessere Position zu sichern.

1868-1871: Das Progymnasium

Aus dem nassauischen Schulversuch entwickelte sich in der Folge eine Realschule nassauischen Typs, die vor allem das Berufsbild des Kaufmannes vor Augen hatte. Aus dieser Basis erwuchs ein Progymnasium, das 1870 eingerichtet wurde, um später zum Vollgymnasium zu werden. Da man für das stolze, neue Gymnasium nach einem zugkräftigem Namen suchte und mit Bad Ems ein beliebter Kuraufenthalt Kaiser Wilhelms I in unmittelbarer Nähe lag, verfiel man auf die Idee, den Kaiser selbst um sein Namenspatronat zu fragen, der dieser Bitte auch entsprach.

1871-1938: Das Kaiser-Wilhelm(s)-Gymnasium

Nun verfügte die Stadt Montabaur über ein vollständig ausgebautes Gymnasium, das als Namenspatron sogar den Kaiser des neu erstandenen zweiten Reiches im Namen führen durfte. Insofern spiegelt sich auch hierin die Zeitgebundenheit der Form dieser Schule und selbstverständlich auch der Lehrinhalt. Wie jedes Gymnasium zu dieser Zeit war diese Schule in ihrer Ausrichtung nach dem Zeitverständnis humanistisch bildend. Sie gilt als direkter Vorläufer unseres heutigen Mons-Tabor-Gymnasiums.

1938-1945: Die Kaiser- Wilhelm-Schule, Städtische Oberschule für Jungen

Die während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft durchgeführte Umbenennung in „Städtische Oberschule für Jungen“, die mit dem Wegfall des Begriffs „Gymnasium“ einher ging, weist auf die neue Ausrichtung der Schule hin, die eine Abwendung von christlich-humanistischen Idealen bedeutete und die gezwungenermaßen immer offensichtlicher einen gleichgeschalteten Unterricht bot, der vor allem zum Kriegsdienst erziehen sollte. Während dieser Zeit waren die innerhalb der kurzen republikanischen Periode installierten Möglichkeiten der Mitbestimmung durch die Lehrerschaft dem Führerprinzip zum Opfer gefallen, so dass der jeweilige Direktor alle Entscheidungen alleine fällte.

1945 – 2010: Entwicklung zum Mons-Tabor-Gymnasium

Der ehemals an der Schule tätige Studienrat Althofen wird durch die provisorische Regierung der Alliierten mit der Wiederbegründung eines Gymnasiums in Montabaur beauftragt. Althofen legt Wert auf die Tradition des humanistischen Gymnasiums und versucht daher in erster Linie die sprachlichen Fächer zu stärken. Nach länger währenden Auseinandersetzungen mit der Militärregierung in Koblenz um diese Frage, kann er es schließlich erreichen, dass das neue staatliche Gymnasium offiziell einen neu- und einen altsprachlichen Zweig erhält. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat die Schule in ihrer heutigen Gestalt nicht nur einen Umzug und viele Umbauten erlebt, sondern hauptsächlich in den 70-er Jahren seine innere Verfassung komplett gewandelt. In dem allgemeinen Zug der Demokratisierung und dem Anspruch der Mitsprache auf Seiten der Eltern und Schüler wurden die gesetzlichen Grundlagen dafür geschaffen, dass die in der Schule vertretenen Gruppen in Gremien das Schulleben aktiv mitgestalten.

Darüber hinaus wurde im ersten Jahrfünft der 70-er Jahre das bis heute bestehende Kurssystem in der Oberstufe in der Form der Mainzer Studienstufe eingeführt. In Anlehnung an den lateinischen Namen der Stadt, die über so lange Zeit der Träger der Vorgängerschulen war, wurde die Schule 1978 in „Mons-Tabor-Gymnasium“ umbenannt. Die Schülerzahl des Gymnasiums, das sich inzwischen in der Trägerschaft des Westerwaldkreises befindet, wuchs unaufhörlich, so dass es sich im Jahre 2009 das drittgrößte Gymnasium des Landes Rheinland-Pfalz nennen durfte.

 

Grundlage der Darstellung und weiterführende Informationen: Dr. K. Franzke und H. Frischbier, „Die Geschichte unseres Gymnasiums“ in:
100 Jahre Gymnasium Montabaur. Festschrift aus Anlaß des 100-jährigen Bestehens des Staatlichen Gymnasiums Montabaur und der Einweihung des Erweiterungsbaus, Montabaur 1968, S. 17 – 107.

 

Zeittafel

Zeittafel

14. Jh

Existenz einer mittelalterlichen "Bürgerschule"

17. /  18. Jh

"Alte Lateinschule"

1806-  1817

Das erste "Gymnasium"

1868-1871

Progymnasium Montabaur

1871-1938

Kaiser-Wilhelms-Gymnasium

1937

Beginn der neusprachlichen und naturwissenschaftlichen Ausrichtung; erste Aufnahme von Schülerinnen

1938-1945

Die "Kaiser-Wilhelm-Schule, städtische Oberschule für Jungen"

1945

Neuaufbau des Gymnasiums

1952 -1967 "Alt- und Neusprachliches Gymnasium, Montabaur"

1958

Beginn des Schüleraustausches mit Frankreich

1960

Umzug in die Wölchesbitzstraße

1966

Einchtung des Sprachlabors, Beginn des mathematisch -naturwissenschaftlichen Zweigs

1968-1977

"Staatliches Alt-, Neusprachliches und Naturwissenschaftliches Gymnasium, Montabaur"

1968

100-jähriges Schuljubiläum; Beginn des Schüleraustausches mit England

1970

Beginn der Schulpartnerschaft mit dem Collège Abel Minard und dem Lycée de Tonnerre in Tonnerre/ Burgund

1972-1973

Gemeinsame Orientierungsstufe mit der Realschule Montabaur

1974/1975

Beginn der „Mainzer Studienstufe“

1978

Namensgebung: Mons-Tabor-Gymnasium, Montabaur (MTG)

1981

Neben Englisch und Latein wird Französisch erste Fremdsprache ab der  5.  Klasse; Wiederaufnahme der Theatertradition

1988

Umzug in das neue Schulgebäude „In der Bächel“; Auflösung der  Gemeinsamen Orientierungsstufe mit der Realschule

1993

125 jähriges Schuljubiläum

1996/1997

Einführung des bilingualen Zuges Englisch

1997/1998

Beginn der Referendarsausbildung am Mons-Tabor-Gymnasium

1999/2000

Ende des Leistungsfaches Sport am MTG

2003

Einweihung des Anbaus mit Aula

2004

Spanisch wird MSS- Grundfach

2005

Einführung des naturwissenschaftlichen Schwerpunktes NAWI; Beginn des Schüleraustausch mit Frederiksburg/ USA

2006

25 Jahre Laienspiel- AG

2007

Schulleiterwechseln; Verabschiedung von OStD Günter Follmann; "Stabübergabe" an den neuen Schulleiter OStD Fritz Mohr; PES- Schule

2008

Einweihung eines weiteren Erweiterungsbaus

2009

weitere Umbau- und Erweiterungsarbeiten; Neubau des Verwaltungstraktes