Mainzer Studienstufe

beitrag allgemein 018Die Mainzer Studienstufe

Die Mainzer Studienstufe (MSS) umfasst die Jahrgangsstufen 11, 12 und 13 des Gymnasiums in Rheinland-Pfalz. Sie baut auf der Bildungs- und Erziehungsarbeit der Orientierungsstufe (Jahrgangsstufen 5 und 6) und der Sekundarstufe I (Jahrgangsstufen 7 bis 10) auf. Das Ziel der MSS ist es, Schülerinnen und Schüler zur Allgemeinen Hochschulreife (Abitur) zu führen.

Die Allgemeine Hochschulreife steht inhaltlich für ein fundiertes Maß an Allgemeinbildung und formal als Zugangsberechtigung zu einem Studium an Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland.

Merkmal der Mainzer Studienstufe ist der Unterricht in Kursen, die die Schülerinnen und Schüler weitgehend individuell bestimmen können. Das Zusammensein in einer festen Klasse gehört somit der Vergangenheit an. Folglich setzt diese Tatsache bereits ein Mindestmaß an Eigenverantwortlichkeit seitens der Schülerinnen und Schüler voraus. Jede Schülerin/ jeder Schüler erlebt in der Mainzer Studienstufe ein System, das organisatorisch zwischen der klassisch durchorganisierten Schule, die in allen Belangen auf die Schülerinnen und Schüler zukommt und dem völlig eigenverantwortlichen Studium, wo der Student in allen Belangen auf die Universität zuzukommen hat.

 

Ziele der Mainzer Studienstufe

Übergeordnetes Fernziel der Mainzer Studienstufe ist es, die Schülerinnen und Schüler so gut wie möglich auf ein Hochschulstudium vorzubereiten.

Einige der dabei aufzuzählenden Teilziele sind etwa:

  • Aufbau und Sicherung einer soliden Grundbildung (Allgemeinbildung)
  • Anleitung zu selbstständigem, eigenverantwortlichen Arbeiten
  • Vorwissenschaftliches Arbeiten und Hinführung zu wissenschaftlichem Arbeiten
  • Entwicklung von Gesprächsfähigkeit
  • Entwicklung eines Basisschatzes an Präsentationstechniken
  • Entwicklung des reflektierenden Analysierens, Wertens und Beurteilens

 

Fächer in der Mainzer Studienstufe am Mons-Tabor-Gymnasium

Das Mons-Tabor-Gymnasium bietet von den ersten 18 möglichen Bereichskombinationen (vgl. MSS-Broschüre) insgesamt 15 Möglichkeiten zur Wahl an.

Nicht möglich sind lediglich die Kombinationen 8, 12 und 17.

Eine Übersicht über einzelne Fächer und deren Möglichkeit, als Leistungsfach oder Grundfach gewählt zu werden finden Sie hier:

Fach 
als Leistungsfach
als Grundfach
Deutsch
X
X
Englisch
X
X
Französisch
X
X
Spanisch
X
X
Latein
 
X
Mathematik
X
X
Physik
X
X
Biologie
X
X
Chemie
X
X
Informatik
 
X
Erdkunde
X
 
Geschichte
X
 
Sozialkunde
X
 
Gesellschaftwissenschaften
 
X
Musik
 
X
Bildende Kunst
 
X
Ev. Religion
 
X
Kath. Religion
 
X
Ethik
 
X
Sport
 
X

 

Anmerkungen:

Die Wahl der Kurse erfolgt mit Hilfe des Fächerwahlbogens (siehe MSS-Formular).

Schülerinnen und Schüler, die in der Sekundarstufe bilingualen Unterricht (gemeinschaftskundliche Fächer in deutscher und englischer Sprache) besucht haben, können diesen Unterricht in der Mainzer Studienstufe fortsetzen (Menü: MSS-Regelungen) und mit dem Abitur ein entsprechendes BILI-Zertifikat erwerben.

Schülerinnen und Schüler, die in den Klassenstufen 7-10 keine zweite Fremdsprache durchgehend belegt haben, müssen am MTG in der Jahrgangsstufe 11 die neu einsetzende Fremdsprache Französisch (Französisch Nullkurs) belegen.

 

Wer darf in die Mainzer Studienstufe eintreten?

Hier gibt es mehrere Möglichkeiten: Es dürfen jene Schülerinnen und Schüler eintreten,

  • die ein Gymnasium besuchen und ein Versetzungszeugnis in die Jahrgangsstufe 11 erhalten haben oder
  • eine IGS besuchen und die Berechtigung zum Übergang in die Jahrgangsstufe 11 der gymnasialen Oberstufe erhalten haben oder
  • die Realschule PLUS nach dem 10. Schuljahr oder eine zweijährige Berufsfachschule mit qualifiziertem Sekundarabschluss I abgeschlossen haben, wenn sie eine Berechtigung der abgebenden Schule erhalten oder eine Aufnahmeprüfung bestanden haben,
  • die Klassenstufe 10 eines Gymnasiums besuchen, besonders leistungsfähig und leistungsbereit sind und deshalb (auf Vorschlag der Klassenkonferenz) das zweite Halbjahr der Klassenstufe 10 und das erste Halbjahr der Jahrgangsstufe 11 überspringen können.

 

Speziell: Übergang von der Realschule Plus in die gymnasiale Oberstufe

Wer an der Realschule plus den qualifizierten Sekundarabschluss I und eine Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe erworben hat, kann in die gymnasiale Oberstufe aufgenommen werden. Die Anmeldung soll zum 1. März mit dem Halbjahreszeugnis erfolgen. Anmelden kann sich, wer im Halbjahreszeugnis die Berechtigungsvoraussetzungen erfüllt; andernfalls kann eine Anmeldung auch unverzüglich nach Erhalt des Abschlusszeugnisses erfolgen.

In der Realschule plus wird die Berechtigung erteilt, wenn im Abschlusszeugnis nach Besuch der Klassenstufe 10 in allen Fächern mindestens die Note ,,befriedigend" vorliegt. Ausreichende Leistungen in einem oder zwei Fächern können durch mindestens gute Leistungen in anderen Fächern ausgeglichen werden, jedoch darf in den Fächern Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache nur einmal die Note ,,ausreichend" vorliegen. Sofern ein Ausgleich nicht möglich ist, können nicht befriedigende Leistungen in den musischen Fächern und im Fach Sport unberücksichtigt bleiben.

 

Wer sollte in die Mainzer Studienstufe eintreten?

Wer sich mit dem Gedanken trägt, die Mainzer Studienstufe zu besuchen, sollte solide Vorkenntnisse besitzen, insbesondere in den anvisierten Leistungskursen. Ein ausgeprägter Wille zu Leistung und zu theoretischer Arbeit sind Grundvoraussetzung für das erfolgreiche Bestehen innerhalb der Mainzer Studienstufe. Ein erfolgreicher Abschluss, das Abitur mit sehr guten oder guten Noten am Mons-Tabor-Gymnasium, einem angesehenen Gymnasium in Rheinland-Pfalz, öffnet nach wie vor viele Türen.

Wer hingegen mit der Prämisse einer Leistungskurswahl des kleinsten Übels („in diesen Fächern war ich halt nicht gar so schlecht“) oder der Überlegung einer Überbrückung von Zeit nach der Mittleren Reife („nachdem ich keine Lehrstelle gefunden habe, versuche ich eben mal am Gymnasium mein Glück“) in die Jahrgangsstufe 11 eintritt, wird in der Mainzer Studienstufe mit großer Wahrscheinlichkeit bereits nach kurzer Zeit erkennen, dass die Erfolgsaussichten eher bescheiden sind.